Selbstbau und DIY-Projekte - Wo sind die Grenzen?

  • Hallo liebe Solar-Community!

    Ich beschäftige mich schon länger mit dem Gedanken, Teile meiner geplanten PV-Anlage selbst zu bauen bzw. zu installieren. Bei den aktuellen Preisen für Komplettanlagen und der teilweise langen Wartezeiten bei Installateuren frage ich mich: Was kann man eigentlich alles selbst machen?

    Meine Überlegungen: Die Module selbst verkabeln, das Montagesystem aufbauen, vielleicht sogar einen Batteriespeicher aus Einzelzellen zusammenstellen - das Internet ist voll von YouTube-Videos und Anleitungen. Andererseits hört man immer wieder von Sicherheitsrisiken und Garantieproblemen.

    Konkrete Fragen:

    • Wo ist die Grenze zwischen "darf ich selbst" und "muss der Fachmann"?
    • Welche Arbeiten sind auch für technische Laien machbar?
    • Lohnt sich der Aufwand überhaupt, oder unterschätzt man den Zeitaufwand?
    • Was passiert mit Garantie und Versicherung bei Eigenleistung?

    Meine bisherigen Infos: Den Netzanschluss muss definitiv ein Elektriker machen, das ist klar. Aber wie sieht es mit der Gleichstrom-Seite aus? Kann man DC-Verkabelung und Modulbefestigung selbst übernehmen?

    Ich bin handwerklich nicht unbegabt und traue mir einiges zu, will aber auch nichts riskieren. Hat jemand von euch schon mal DIY-Solar gemacht? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

    Würde mich riesig über eure Einschätzungen und Tipps freuen!

    Alles Liebe,
    Euer ModuleMeister 🌟

    • Offizieller Beitrag

    Hallo,


    Was du selbst machen DARFST:

    • Montagesystem aufbauen (Dachhaken, Schienen, Module befestigen)
    • DC-Verkabelung zwischen Modulen (MC4-Stecker sind idiotensicher)
    • Vorarbeiten wie Kabelkanäle legen, Gerüst aufbauen

    Was der Fachmann machen MUSS:

    • Alles ab dem Wechselrichter Richtung Hausanschluss
    • Anmeldung beim Netzbetreiber und Marktstammdatenregister
    • Inbetriebnahme und Protokollierung

    Meine Erfahrung mit DIY-Kunden: Spart wirklich Geld - etwa 30-40% der Installationskosten. ABER: Plane doppelt so viel Zeit ein wie gedacht! Allein das Dachzeug hochzukriegen dauert ewig.

    Batteriespeicher selbst bauen: Lass es! Zu komplex, zu riskant. Die fertigen Systeme sind mittlerweile so günstig geworden, dass sich der Selbstbau nicht lohnt.

    Versicherung/Garantie: Solange die Komponenten von zertifizierten Herstellern kommen und fachgerecht installiert werden, gibt's keine Probleme. Dokumentiere alles gut!

    Mein Tipp: Mach die Montage selbst, lass einen Elektriker den Rest. So sparst du am meisten und gehst kein Risiko ein.

    Welche Anlagengröße planst du denn?

  • Bisschen off-topic, aber ich hab letztens beim Nachbarn gesehen, wie der sich einen Batteriespeicher aus alten E-Bike-Akkus gebastelt hat... ehrlich gesagt, war mir das zu heikel, weil die Dinger ja doch ordentlich Bums haben, wenn man was falsch macht. Da ist die Schwelle für DIY echt schnell erreicht, zumindest wenn’s um Sachen geht, die im Haus stehen und im Zweifel auch mal brennen können. Ich würd's nicht machen, aber faszinierend war’s irgendwie.

    Beim Aufbau der Anlage selbst würd ich sagen: Schienensystem, Haken und Module – klar, das geht mit etwas Mut zur Höhe und gescheiter Vorbereitung. Zwei Hände mehr schaden da nie, der Kram ist schwerer als gedacht, besonders wenn man oben auf nem alten Ziegeldach rumturnt. Mach dir vorher 'nen Plan, wie du Werkzeug und Material sicher aufs Dach bekommst. In meinem Fall war das ein alter Seilzug – improvisiert, aber hat funktioniert. Ist jetzt vielleicht ne blöde Frage, aber habt ihr schon mal mit nem kleinen Gerüst gearbeitet? Mir ist das Risiko beim auf-die-Leiter-balancieren einfach zu hoch…

    Was den Zeitfaktor angeht: Ich hab mir damals eingeredet, das in drei Wochenenden zu schaffen. Am Ende stand ich nach zwei Monaten immer noch mit dem Multimeter auf dem Dach. Irgendwas ist immer – mal fehlt eine Spezialschraube, mal spielt das Wetter verrückt. Unterschätzt das echt nicht, vor allem wenn’s euer erstes größeres Projekt auf dem Dach ist.

    Versicherung würd ich noch ansprechen: Wenn du selbst bastelst, unbedingt alles dokumentieren, Fotos machen, Kassenbons sammeln. Hab ich bei mir gemacht, weil der Versicherungsfuzzi wissen wollte, wie die Verkabelung verlegt wurde. Vielleicht bisschen übertrieben, aber sicher ist sicher. Was Garantie angeht… bin mir nicht 100% sicher, aber sobald du an den Modulen oder am Speicher rumschraubst, sehen die Hersteller das meist nicht so gern.

    Am Ende: Trau dich an die Sachen, bei denen du dich sicher fühlst, alles andere lass den Elektriker machen – der schimpft zwar, wenn er „Laienarbeit“ sieht, aber Hauptsache, du bist aus’m Schneider, falls was ist. Vielleicht mal als Gedanke: Ein guter Kompromiss ist, alles so vorzubereiten, dass der Profi nur noch anschließen und prüfen muss. Spart Geld und Nerven.

  • Interessant finde ich den Punkt, wie viel Know-How eigentlich in der Auswahl und richtigen Verschaltung der Module steckt. Man unterschätzt leicht, wie wichtig z.B. richtige Stringbildung oder die Berücksichtigung von Verschattung ist – das merkt man oft erst Monate später an der Ertragsanzeige, wenn's zu spät ist. Auch der Punkt Wetterfestigkeit: Ich hab mal gesehen, wie bei selbst montierten Modulen sich winzige(!) Fehler beim Anziehen der Schrauben auf Dauer gerächt haben… Lockerungen nach ein, zwei Jahren, Feuchtigkeit rein, Korrosion. Vielleicht liegt die DIY-Grenze manchmal weniger bei der reinen Elektrik, sondern mehr im Detail und in der Sorgfalt. Ob ich da immer so pingelig wäre wie die Profis...weiß ich grad echt nicht.

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