Camping - Insellanlage: Ausrüstung und Tipps für Einsteiger

  • Hallo liebe Solar-Community!

    Nach Jahren mit "normalen" Dach-PV-Anlagen wage ich mich jetzt an ein neues Projekt: Eine mobile Solaranlage für unseren Wohnwagen! Bisher waren wir immer auf Campingplätze mit Stromanschluss angewiesen, aber dieses Jahr soll es endlich in die freie Natur gehen.

    Meine bisherigen Überlegungen: Bei Netzanlagen ist ja alles relativ straightforward - Überschuss ins Netz, bei Bedarf raus. Aber bei Inselanlagen muss ich ja komplett autark sein. Das bringt ganz neue Herausforderungen mit sich!

    Womit ich noch kämpfe:

    • Dimensionierung: Wie groß muss der Speicher für 3-4 Tage ohne Sonne sein?
    • Modulwahl: Flexible oder starre Module? Mono oder Poly bei begrenztem Platz?
    • Laderegler: PWM oder MPPT? Wo liegen die praktischen Unterschiede?
    • Verkabelung: Welche Querschnitte bei 12V vs. 24V System?
    • Wechselrichter: Reiner Sinus oder modifiziert für Camping-Anwendungen?

    Unser geplanter Verbrauch: LED-Beleuchtung, Kühlbox, Wasserpumpe, Handy-Ladung, gelegentlich Laptop. Schätze so 50-80 Ah am Tag bei 12V.

    Meine Fragen an die Experten: Hat jemand schon Erfahrung mit mobilen Solarsystemen? Welche Komponenten könnt ihr empfehlen? Gibt es typische Anfängerfehler, die ich vermeiden sollte?

    Würde mich riesig über eure Tipps und Erfahrungsberichte freuen!

    Grüße und bis bald in der Natur! 🏕️

    • Offizieller Beitrag

    Hi,

    perfektes Timing! Bin seit 3 Jahren mit einer selbstgebauten Camping-Solaranlage unterwegs und kann dir aus der Praxis helfen:

    Zur Dimensionierung bei eurem Verbrauch: 80 Ah täglich bedeutet bei 3 Tagen Puffer = 240 Ah Speicher mindestens. Ich empfehle 300 Ah LiFePO4 - wiegt nur halb so viel wie Blei und du kannst 90% nutzen.

    Meine bewährte Komponenten-Kombi:

    • 2x 200W Monokristallin (starr, auf Dachträger)
    • Victron SmartSolar MPPT 100/30 - App-Steuerung ist Gold wert
    • 300 Ah LiFePO4 (Selbstbau aus Einzelzellen)
    • Victron MultiPlus 12/800 - reiner Sinus, super zuverlässig

    Aus Fehlern gelernt:

    • 24V System hätte ich von Anfang an nehmen sollen - dünnere Kabel, weniger Verluste
    • Flexible Module sind Geldverschwendung - gehen schnell kaputt
    • Batteriecomputer (Victron BMV) ist Pflicht - sonst fliegst du blind

    Mein Geheimtipp: Dieselheizung mit 12V statt Gas - verbraucht nur 1-2 Ah, aber spart die Batterie bei kalten Nächten für wichtigere Sachen.

    Typische Anfängerfehler:

    • Kabel zu dünn dimensioniert (min. 6mm² bei 12V)
    • Sicherungen vergessen
    • Module zu klein gewählt

    Budget etwa 1.500-2.000 Euro für ein solides System. Klingt viel, aber nach 2-3 Jahren Camping ohne Stellplatzgebühren hast du's raus!

    Abenteuerliche Grüße! 🌞

  • Habt ihr schon mal überlegt, einen kleinen Notfall-Generator als Backup einzuplanen? Klingt vielleicht altmodisch, aber falls die Sonne wirklich mal komplett streikt, kann so ein Teil helfen, den Kühlschrank zu retten oder wenigstens die Akkus etwas nachzuladen. Bin mir nicht sicher, ob das unbedingt nötig ist – hängt sicher auch vom Reiseziel ab... Aber manchmal beruhigt es, diese Option in der Hinterhand zu haben!

    Und zum Thema Verkabelung: Ich hab mir angewöhnt, bei Steckverbindungen alles extra ordentlich zu beschriften. Im Urlaub mal schnell was tauschen zu müssen und dann im Kabeldschungel den Überblick verlieren, ist nicht wirklich spaßig.

  • Ich frag mich gerade… wie flexibel seid ihr mit eurer Lagerung der Module? Ich kenne einige, die ihre Solarmodule nicht nur aufs Dach klatschen, sondern sie separat aufstellen und bei jedem Halt der Sonne „nachführen“. Manchmal reicht schon ein bisschen schräg stellen und man holt locker 10–20% mehr raus. Klar, bisschen nervig im Alltag, aber für autarke Tage lohnt’s sich, finde ich. Da muss man halt auch mal nen Schattenplatz fürs Fahrzeug nehmen und das Modul in die Sonne… Ist jetzt vielleicht ne blöde Frage, aber nutzt das irgendwer hier schon so konsequent draußen? 🤔

    Hab auch gesehen, dass manche tatsächlich Second-Hand-LiFePO4-Schiffsbatterien verbauen, anstatt neu zu kaufen, einfach aus Budgetgründen. Fand ich irgendwie interessant, aber habe gar keinen Plan, wie oft bei so Gebrauchtteilen Fehlkauf droht… Eventuell kennt da jemand Tricks, woran man top erhaltene Zellen erkennt? Also, außer auf den ersten Blick hübsch… Ob das riskant ist oder sogar lohnen kann?

    Eine Sache, die ich ständig übersehe: kleine Verbraucher wie E-Bike-Ladegeräte, Lüfter oder gar die Standheizung (wenn’s kälter wird!). Die summieren sich wahnsinnig aufs Tagesbudget… Wer rechnet sowas von Anfang an mit ein? Oder gibt’s jemanden, der da mal böse überrascht wurde? Würde mal interessieren, wie realistisch ihr plant und, äh, ehrlich gesagt… improvisiert ihr am Ende sowieso meistens?

    Bin gespannt, wie ihr das seht – oder wie minimalistisch ihr unterwegs seid. Manchmal denke ich, weniger ist mehr. 😅

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